»Wo sind die Toten?« – Machbarkeitsstudie vorgestellt

Die Würde eines Menschen endet nicht mit dem Tod. Dies fand in Bezug auf die Opfer der „Euthanasie“ vielerorts nicht statt. Um die sterblichen Überreste von über 30 Opfern der Lüneburger Krankenmorde zu finden, fanden im April 2025 Grabungen auf der 1975 angelegten Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Nordwest statt. Das Ergebnis war vollkommen unerwartet. 

Bei 49 Gräbern auf der Anlage handelte es sich um Scheingräber, dort waren lediglich Grabsteine auf eine Wiese gelegt worden. 

Die Unterlagen, die das Gegenteil behaupten, sind gefälscht. Da die Leichen nie umgebettet wurden, liegen sie mutmaßlich noch heute an der Stelle, wo sie ursprünglich bestattet wurden. Aber wo genau ist das? Und lassen sich diese Grablagen nach über 80 Jahren überhaupt noch finden? Marcus Rischmüller und Carola Rudnick, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiterin der Gedenkstätte, beantworten diese Frage in ihrer Machbarkeitsstudie, die gestern veröffentlicht wurde, mit einem klaren „Ja.“ 

Im Beisein der Vertreter*innen des Niedersächsischen Innenministeriums, der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Hansestadt Lüneburg, letztere beiden hatten die Arbeit in Auftrag gegeben, wurde die 40-seitige Studie nun an Ort und Stelle übergeben und vor Medienvertreter*innen vorgestellt. 

Sie ist Grundlage für ein Anschlussprojekt, das dann auch unter anderem mit umfangreicher Unterstützung des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien ab 1. Juli 2026 starten soll.

Fotos: Am 29. Januar 2026 stellten Marcus Rischmüller und Carola Rudnick ihre Machbarkeitsstudie vor. Fotografin: Andrea Kabasci

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