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Stadtplan

In der Nazi-Zeit gibt es in Lüneburg viele Nazis.

Und viele Einrichtungen die mitmachen.

Zum Beispiel das Amt für Gesundheit.

Oder das Gericht.

Oder das Sozial-Amt. 

Lüneburg ist in der Nazi-Zeit auch Haupt-Stadt. 

Es gibt 4 Kasernen. 

Es gibt ein Krankenhaus.

Es gibt eine Anstalt.

Darum werden in Lüneburg besonders viele Menschen von Nazis verfolgt. 

Sie werden in der Kaserne geprüft. 

Sie werden als Kranke gemeldet.

Sie werden gegen ihren Willen unfruchtbar gemacht. 

Sie kommen in eine Anstalt.

Und viele werden auch ermordet.

Weil sie erkrankt sind.

Oder weil sie eine Behinderung haben.

Oder weil sie nicht so sind wie Nazis sich Menschen vorstellen. 

Zu den Opfern gehören sehr viele Kinder und Jugendliche. 

Und sehr viele Opfer aus dem Ausland. 

Es sind Zwangs-Arbeiter. 

Sie werden in der Nazi-Zeit nach Deutschland verschleppt. 

Zu den Opfern gehören auch erwachsene Erkrankte. 

Sie sind alle Opfer vom Krankenmord in Lüneburg.

In Lüneburg gibt es heute 25 Orte mit dieser Geschichte.

Es ist die Anstalt.

Es ist das Krankenhaus.

Das sind beides Tat-Orte.

Beide Einrichtungen gibt es noch heute.

Genauso wie das Gericht.

Und eine Hilfs-Schule.

Das Amt für Gesundheit ist jetzt woanders.

In der Nazi-Zeit war es im heutigen Gericht. 

Und es gibt die Wohn-Orte der Opfer.

Ihre Familien wohnen da nicht mehr.

Aber es gibt Stolpersteine im Geh-Weg.

Darauf steht nur der Name.

Und wann die Person gelebt hat. 

Und es gibt die Gräber von den Ermordeten. 

Die gibt es auf 2 Friedhöfen in Lüneburg.

Der Plan hilft diese Orte zu finden. 

Er zeigt die Wege zu den Orten. 

Zu jedem Ort gibt es Fotos. 

Von einem Stolperstein.

Oder von dem Gebäude.

Oder von der Person um die es geht. 

Zu jedem Ort gibt es eine Erklärung. 

Die Geschichte der Person wird erzählt.

Oder die Geschichte der Einrichtung.

Es geht immer um den Krankenmord und die Nazi-Zeit.

An diesem Plan haben viele mitgearbeitet.   

Es sind Pflege-Schüler. 

Von 2 Pflege-Schulen. 

Ein paar Bilder kommen von der Geschichts-Werkstatt.

Alles andere hat die Gedenkstätte gemacht.

Mit einem Zeichner.

Aus einer Spende der LZ haben wir alles bezahlt.

Dafür sagen wir Danke.

Mehr Information gibt es hier:

„Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Telefon: 04131 60 228970

E-Mail: info@gedenkstaette-lueneburg.de

Oder benutze den QR-Code.

Lüneburg war im Nationalsozialismus Gau-Hauptstadt, Sitz der Regierungsvertretung, eine Kreis- und Garnisonsstadt mit einem Gesundheitsamt und vier Kasernen, in denen die Ehe- und Wehrtauglichkeit geprüft wurde. Lüneburg war zudem Standort der Polizeibehörde, Gerichtsstandort mit einem »Erbgesundheitsgericht« und es gab ein
Städtisches Krankenhaus sowie eine Heil- und Pflegeanstalt, deren Einzugsgebiet sich von Lüchow-Dannenberg bis nach Cuxhaven, von Harburg bis nach Gifhorn erstreckte. Aufgrund dieser Strukturen ließen sich die im Nationalsozialismus befürworteten und begünstigten rassenhygienischen Maßnahmen geradezu idealtypisch umsetzen.

Der Anteil der Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen, die durch Beschlüsse des Lüneburger »Erbgesundheitsgerichtes« vollstreckt wurden, war nahezu doppelt so hoch wie andernorts. Rund 2.000 Erkrankte und Menschen mit Beeinträchtigungen, die in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg sowie im Städtischen Krankenhaus auf Heilung und Pflege hofften, starben gewaltsam im Rahmen verschiedener »Euthanasie« Maßnahmen. Hunderte Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder normenabweichendem Verhalten wurden in der »Kinderfachabteilung« ermordet. Hunderte erwachsene Erkrankte wurden in Tötungsanstalten verlegt, hunderte Erkrankte mit ausländischer Herkunft wurden in den »Abteilungen für Ostarbeiterinnen und Ostarbeiter« umgebracht oder über die »Ausländersammelstelle« Lüneburg deportiert und ermordet.

Im Stadtgebiet gibt es 25 Orte, die mit diesen rassenhygienischen Verbrechen in Verbindung stehen. Es sind Tatorte, es sind ehemalige
Wohnorte einzelner Opfer, es sind heute noch bestehende Gräber und es sind Erinnerungsorte. Dieser Stadtplan soll Sie dabei unterstützen, die
Orte zu finden. Zu jedem dieser Orte des Erinnerns finden Sie eine kurze Hintergrundinformation.

Der Stadtplan entstand in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Lüneburg e. V. An der Erarbeitung waren insgesamt 49 Pflegeauszubildende der zwei Berufsfachschulen für Pflege beteiligt. Die Herstellung wurde aus einer Spende der Landeszeitung für die Lüneburger Heide ermöglicht.

Die Gedenkstätte wird institutionell gefördert von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, von der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, von der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg.

Bücher

Die Forschungsarbeit der Gedenkstätte widmete sich in den letzten Jahren vielfältigen Fragestellungen. Unsere Veröffentlichungen dokumentieren gewonnene Erkenntnisse und bieten spannende Blickwinkel auf die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Bücher können Sie bei einem Besuch im DOKUMENTATIONSZENTRUM erwerben. Oder Sie nehmen mit uns Kontakt auf.

»Wo sind die Toten«
Machbarkeitsstudie

Die Suche nach Gräbern von Opfern Lüneburger »Euthanasie«-Maßnahmen


Marcus Rischmüller | Dr. Carola Rudnick
Eigenverlag, 2025


»Dinge erzählen«
Geschichten zur Sammlung der »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg im Zuge der Errichtung eines DOKUMENTATIONSZENTRUMS

Katalog zur Sonderausstellung

Carola S. Rudnick
Eigenverlag, 2023
(ISBN: 978-3-00-077665-6)

Geschwister
Aufarbeitung. Forschung. Erinnerung

Katalog zur Sonderausstellung

Carola S. Rudnick
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2022
Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3-96717-118-1)

»Erinnerungsräume«
Ein Gärtnerhaus als Lernort über die Lüneburger »Euthanasie«-Verbrechen

Katalog zur Einweihung des BILDUNGSZENTRUMS und zur Sonderausstellung »Erinnerungsräume«

Carola S. Rudnick
Eigenverlag, 2020

»Still, stumpf, beschäftigt mit Kartoffelschälen, verlegt«
Frauen als Opfer der T4

Katalog zur Sonderausstellung

Carola S. Rudnick
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2019
Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3-89876-980-8)

»Schwachsinn wurde hier nicht festgestellt«
Zwangssterilisation in Lüneburg

Katalog zur Sonderausstellung

Carola S. Rudnick
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2017
Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3-89876-886-3)

Nathan Albert Ransohoff (1872-1951)
Leben und Wirken eines Lüneburger Arztes

Dietrich Banse, Sebastian Stierl
Verlag Wortwechsel Kaufungen, 2017

Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3-935663-31-1)

»Leistet nichts. Zu schwach. Nicht einsatzfähig.«
Hintergründe zu den Gräbern ausländischer Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg

Carola S. Rudnick
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2015
Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3-89876-810-8)

Den Opfern ein Gesicht, den Namen wieder geben
Zwölf Lebensgeschichten von Kindern und Jugendlichen der Lüneburger „Euthanasie“-Maßnahmen

Katalog zur Sonderausstellung

Carola S. Rudnick
Verlag der Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 2014
Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3-922639-24-4)

Bildfreiheiten
Paul Goesch und Gustav Sievers – Künstler und Opfer in der NS-Psychiatrie

Katalog zur Ausstellung

Carola S. Rudnick
Eigenverlag, 2013

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