Der MTV-Platz ist nur halb gefüllt, viele Stuhlreihen sind leer, vor der Mauer steht eine Menschentraube. Es sind Lüneburger, die nicht bereit sind, den Eintritt zu bezahlen, um Adolf Hitler sprechen zu sehen, auf der Tribüne am 20. Juli 1932. Da ist die NSDAP noch nicht an der Macht. Dass angeblich 20.000 Lüneburger da gewesen sein sollen, das sind „Fake News“, wie man heute sagen würde. Die Schüler*innen des Gymnasiums Wilhelm-Raabe-Schule, die heute zu Guides „getauft“ wurden, bekommen das entlarvende Bild von Dr. Carola Rudnick, Leiterin der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg überreicht. Es hängt in ihrer neuen Dauerausstellung LEBENSWERT und darf als Teil der Stadtführung nicht fehlen. Nun ist die Materialmappe komplett, mit der die Schüler*innen fortan für die Geschichtswerkstatt Lüneburg Gruppen und Interessierte zum Thema „Lüneburg im Nationalsozialismus“ durch die Innenstadt begleiten werden. Seit sieben Jahren gibt es dieses erfolgreiche Angebot und die feste Kooperation. Schulleiter Wetzel ist stolz auf das Durchhaltevermögen, denn es sind schwere Themen, noch dazu mit beängstigender Aktualität, mit denen sich die Schüler*innen über Monate im AG-Bereich freiwillig beschäftigen. „Sie sind zu echten Experten für NS-Geschichte geworden“, betont Dr. Carola Rudnick, die gemeinsam mit den Lehrkräften Anne Nitzpon und Melanie Cherubim die inhaltliche und methodische Ausbildung durchführt. Das Angebot kann fortan bei der Lüneburger Geschichtswerkstatt gebucht werden.
Bild 1: Die Schüler*innen wurden zwei Mal geprüft, hierbei mussten sie Probeführungen ablegen.
Bild 2: Erst nach erfolgreicher Prüfung erhielten die Schüler*innen heute ihr Zertifikat. Im Bild Schulleiter Wetzel mit seinen Schüler*innen und den Ausbilder*innen.
